Korea lädt zum Dialog

Eine weitere beeindruckende und im Hinblick auf die Reichweite der Theorie der Sozialen Demokratie bemerkenswerte Reise führte die ASD in Person des Akademieleiters Dr. Christian Krell unlängst nach Korea. Das dortige FES-Büro lud vom 31. Januar bis 3. Februar zur Diskussion der “Challenges and Perspectives of Social Democracy in Korea and Germany” nach Seoul und Bussan ein.

Gemeinsam mit Politik, Wissenschaft, Gewerkschaften und NGOs standen die Entwicklung des Sozialstaates und der koreanischen Demokratie im Fokus der Tagungen und Konferenzen. Basierend auf den ersten drei Lesebüchern zu den Grundlagen, zu Wirtschaft und zur Sozialstaatlichkeit konnten Erfahrungen und Prinzipien Sozialer Demokratie in die koreanischen Diskurse eingespeist werden. Eben jene drei Lesebücher befinden sich aktuell in der koreanischen Übersetzung und lassen auf eine nachhaltige Inspiration hoffen.

Süd-Korea ist eine junge Demokratie. Insbesondere die umwälzenden Verfassungsänderungen zur Beschneidung der Macht des Präsidenten und klareren Machtaufteilung sowie besseren Schutzes der Menschenrechte aus dem Jahr 1987 sind hier erwähnenswert. Ein entsprechend großes Interesse bestand von koreanischer Seite demnach in Fragen der politischen Bildung und Beteiligung. In den Sozialstaats-Diskussionen erfuhren bildungs-, beschäftigungs- und rentenpolitische Themen hohe Aufmerksamkeit. Insbesondere das deutsche Duale Ausbildungssystem mit seiner ausgeprägten Beruflichkeit erschien für Koreas berufliche Bildung als interessant. Gegenwärtig stützt sich das koreanische Modell im Wesentlichen auf akademische Abschlüsse: etwa 80% beträgt die AkademikerInnen-Quote. Gleichzeitig erscheint der Arbeitsmarkt für AkademikerInnen jedoch gesättigt und es ist eine auch aus rentenpolitischer Perspektive beunruhigende Entwicklung an Arbeitslosigkeit zu beobachten.

Insgesamt zeugen auch die koreanischen Erfahrungen in deutlicher Form von der Notwendigkeit und dem inneren Zusammenhang demokratischer Entwicklung und sozialstaatlicher Absicherung und Chancengewährung. Grund genug, gespannt zu sein auf den weiteren internationalen Austausch zur Sozialen Demokratie.

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