Euro-Bonds als Bestandteil europäischer Erneuerung

Auf der Lösungssuche nach einer geringeren Anfälligkeit für Finanzspekulationen und einer entsprechenden Erhöhung der wirtschaftlichen Stabilität der EU stellen Euro-Bonds ein vielfach gefordertes politisches Instrument dar. Unter Euro-Bonds werden gemeinsame Staatsanleihen aller Euro-Länder verstanden. Der Handel von Staatsanleihen einzelner Staaten der EU wie Deutschland, Italien oder auch Griechenland würde somit durch EU-Anleihen ersetzt werden. Das Spekulieren gegen einzelne schwache Länder, welches die Krise, wie auch aktuell, befeuert, würde somit verhindert werden. Durch das unlängst veröffentlichte Grünbuch der EU-Kommission bekommt diese Debatte um die Einführung von Euro-Bonds neuen Schub.

Im Lesebuch Europa und Soziale Demokratie werden Euro-Bonds als Betätigungsfeld eines Europäischen Währungsfonds diskutiert (Kapitel 4.2.). Der Europäische Währungsfonds – finanziert durch Gemeinschaftsanleihen und den Einnahmen aus einer anzustrebenden Finanztransaktionssteuer – stellt demnach im Sinne der Sozialen Demokratie eine Kernkomponente einer Europäischen Wirtschaftsregierung dar. Die Debatte um Euro-Bonds gilt es im größeren Zusammenhang der umfassenden Erneuerung Europas einzuordnen. Auch hierzu formuliert das Lesebuch Europa und Soziale Demokratie zentrale Herausforderungen aus Perspektive des Demokratieausbaus der EU sowie wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit (Kapitel 4).

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