Equal Pay Day

Auch im Jahr 2012 müssen wir in Deutschland noch rund 23 Prozent Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen feststellen – im EU-Durchschnitt sind es wohlgemerkt 17 Prozent. Das ist für die Selbstverwirklichung von Frauen und für die Realisierung gleicher gesellschaftlicher Chancen ein massives Hindernis. An mangelnder Befähigung von Frauen liegt es – wie vielleicht an manchem Stammtisch gepoltert werden wird – nicht. Im Gegenteil: Frauen haben sich in den letzten Jahren europaweit einen Bildungsvorsprung erarbeitet.

Es sind drei Faktoren, die zum Einkommensungleichgewicht führen: Frauen sind in bestimmten Berufen und Hierarchieebenen unterrepräsentiert. Um Kinder zu erziehen oder Angehörige zu pflegen unterbrechen oder schränken sie ihre Arbeitszeiten stärker ein als Männer. Und sie arbeiten überproportional in prekären und unterdurchschnittlich entlohnten Beschäftigungsverhältnissen.

Entsprechend wird im Lesebuch 2 zu Wirtschaft und Sozialer Demokratie der Mindestlohn aus Gender-Perspektive diskutiert. Ein politisches Instrument um insbesondere der Niedriglohn-Problematik vieler Frauen begegnen zu können. Im Lesebuch 3 zu Sozialstaat und Soziale Demokratie wiederum wird die Vereinbarkeit von Familie und Beruf behandelt, ein im Hinblick auf die frühkindliche Erziehung insbesondere auch bildungspolitisch relevantes Thema. Einen umfassenden Einblick in die gegenwärtige soziale Lage von Frauen gibt der vom Bundesministerium für Frauen, Jugend, Familien und Senioren herausgegebene Gender-Datenreport, der u. a. ebenso auf Fragen des Erwerbseinkommens, der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und der sozialen Sicherung eingeht, wie auf Gewalt gegen Frauen und ihre politische Partizipation. Man könnte sagen, der Report wirft einen Blick auf die Realwirkung der politischen und sozialen Grundrechte, wie sie ebenso die Theorie der Sozialen Demokratie anmahnt. Die Theorie der Sozialen Demokratie wird im Lesebuch 1 ausführlich diskutiert.

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