Club of Rome veröffentlicht Prognose "2052"

Der Club of Rome ist ein Zusammenschluss an Umwelt und Nachhaltigkeit orientierter WissenschaftlerInnen und ExpertInnen. Er wurde mit seinem Bericht zu den „Grenzen des Wachstums“ aus dem Jahr 1972 berühmt. Umweltzerstörung, Überbevölkerung und Ressourcenkrise standen im damaligen Fokus, spiegelten und popularisierten Diskurse der Zeit und trieben die politische Relevanz der Ökologie-Frage weiter voran. Im nun erschienenen Bericht „2052“ wagt der Club of Rome erneut eine Zukunftsprognose. Sie hat zwar ein wenig an Pessimismus, nicht jedoch an Deutlichkeit verloren. Der globale Kollaps, das extremste der Szenarien, die als Möglichkeiten im Bericht von 1972 beschrieben wurden, werde zwar nicht eintreten, die Klima-Extreme und gesellschaftlichen Ungleichheiten jedoch zunehmen.

Unverändert wird die Klimakrise als die große Zivilisationskrise ausgemacht. Zwar seien Lernentwicklungen der Menschheit erkennbar (Umweltvorschriften, Entwicklung Erneuerbarer Energien, Schwächung fossiler Kraft- und Brennstoffe etc.), jedoch sei die Klimakrise nach wie vor nicht gelöst. Wetterextreme seien zu erwarten.Die Weltbevölkerung wird laut Bericht 2040 ein Maximum von rund 8,1 Mrd. Menschen erreichen, die Geburtenraten werden jedoch dann wieder sinken, nicht zuletzt in Folge globaler Urbanisierung. Deutlich weist der Bericht außerdem auf ökonomische Ungleichheit und Krisenhaftigkeit hin. Die Wachstumsraten werden auch weiterhin insgesamt abnehmen. Die Gewichte der Weltwirtschaft werden sich weiter hin zu aufstrebenden Schwellenländern wie den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) verschieben, was zu höherer Arbeitslosigkeit in den etablierten westlichen Industriestaaten führen wird. Global werde die Armut zwar abnehmen, die soziale Ungleichheit, die Polarisierung in der Reichtumsverteilung, werde aber zunehmen.

Aus Perspektive Sozialer Demokratie benennt der Bericht „2052“ mit aller Berechtigung zentrale zivilisatorische Herausforderungen: Klimakrise, Hungerkrise, Krisenhaftigkeit des Kapitalismus. VertreterInnen Sozialer Demokratie würden insbesondere die ökonomische Krise jedoch noch enger mit einem anderen globalen Krisenanzeichen in Verbindung bringen: etwa mit der Stagnation in der Entwicklung politischer Selbstbestimmung und dem zunehmenden Verlust des Primates der Politik in den westlichen Industrienationen. Die tendenzielle Unterhöhlung demokratischer Systeme, die sich infolge der ökonomischen Krisen ergeben hat, und die Machtkonzentration im ökonomischen Raum stellen eine nicht minder entscheidende Herausforderung dar.

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